„Machen wir das Beste d‘raus!“… Doch wie?

Dr. Jonas Rohleder, Institut für Vermittlungskompetenz in den Sportarten


Das, worüber wir im Januar noch gescherzt, im Februar spekuliert und im März diskutiert haben, ist eingetreten: Das Sommersemester 2020 rollt derzeit ohne Präsenzlehre – ein Umstand, der uns insbesondere in den sportpraktischen Anteilen der Turn-Lehre vor große, bislang nicht vergleichbare Herausforderungen stellt. Im sportlichen Optimismus erwische ich mich vermehrt dabei, meine E-Mails in Reaktion auf die zahlreichen Studierendenfragen mit dem Satz zu beschließen: „Machen wir das Beste d‘raus!“… Doch wie?

Vorab sei gesagt: Im Vergleich zu einigen Kolleg*innen unseres Sportlehrgebiets sehe ich mich beruflich aktuell in einer privilegierten Situation – dahingehend, dass ich im Home-Office „nur“ in der Rolle des Dozierenden für ca. 160 virtuelle Studierende gefordert bin, nicht aber als Familienvater. Umso schöner ist zu hören, dass im Kolleg*innenkreis die Glücksgefühle der vermehrten Zeit mit dem Nachwuchs die neue Beanspruchung durch geschlossene Kitas überragen. Für mich persönlich sehe ich derzeit dennoch folgenden Vorteil, den ich auch gerne als Appell an die Studierenden weitergebe: „Wenn’s die Situation erlaubt, bleibt so gut es geht im Rhythmus!“

Ich habe relativ frühzeitig im Rahmen der Semestervorbereitungen auf die Karte der „asynchronen Lehre“ gesetzt, um mich zumindest bei der Vermittlung der Lehrinhalte nicht von Eventualitäten mit technischen Problemen abhängig zu machen. Diese sind bisweilen erfreulicherweise ausgeblieben – mit bestem Dank an das Spoho-Team „E-Learning“ rund um Jurek Bäder! Wer mich kennt weiß, ich bin der Technik nicht abgeneigt, und dennoch erkläre ich mich gerne mit einem Stift auf Papier oder Whiteboard. Ein solches steht nun seit Ende März auf meinem Schreibtisch und bietet mir hier die Möglichkeit, die Synergien zwischen „digital“ und „analog“ zu nutzen.

Forschungsgeleitete Theorievermittlung am Whiteboard

Meine Strategie: Die forschungsgeleitete Theorievermittlung, die unter üblichen Bedingungen in Summe wohl mindestens 1/3 einer 90-minütigen Praxiseinheit ausmacht, gestalte ich ebenso wie in den Hallen 1, 2 oder 21 am Whiteboard. Diese Inhalte stelle ich meinen Studierenden in Manier eines „YouTube-Tutorials“ via moodle zur Verfügung (Trick 17 powered by Ilka Staub – herzlichen Dank!). Ähnlich wie die Tennis-Jungs sind wir glücklicherweise mit unseren schrittweise konzipierten Lehrvideos bereits gut aufgestellt, um den Studierenden auch ohne Hallenzugang zumindest eine visuelle Vorstellung von Schwebekippen, Überschlägen & Co. bieten zu können – ein Segen in diesen Zeiten. Zudem habe ich nahezu nebenbei festgestellt, wie unkompliziert PowerPoint-Slides doch mit dem eigenen Audio-Kommentar zu hinterlegen sind (Wo wir schon beim Tennis waren – Danke an Philipp Born und Björn Braunstein für diesen Tipp!).

Als Turn-Dozent im “Corona-Sommersemester 2020” angekommen: Dr. Jonas Rohleder

Sofern dann der tägliche Marathon zwischen Notebook und Kamera absolviert ist, muss unbedingt noch Zeit bleiben für die eigene körperliche Betätigung – nicht virtuell, sondern sportpraktisch! Und wenn man sich schließlich auch hier noch dabei ertappt, beim Sport vor’m Rhein-Energie-Stadion doch nochmal die Kamera einzuschalten, weil sich die Studierenden Beweglichkeitsübungen für’s Home-Workout als Ausblick auf die Semesterphase 2 wünschen … dann bist Du definitiv als Turn-Dozent im Corona-Sommersemester 2020 angekommen!

“Jetzt gilt es, nicht nachzulassen!”

All die beschriebenen Maßnahmen, deren Effekte wir erst nach 1-2 Wochen Inkubationszeit nach Semesterauftakt einschätzen können, scheinen derzeit erfreulicherweise zu greifen, so dass die große Zahl an Nachfragen in den dennoch zur regulären Kurszeit „synchron“ angesetzten virtuellen Kurssprechstunden rückläufig zu sein scheint. Jetzt gilt es, nicht nachzulassen! Wir sind im Semester angekommen, aber noch längst nicht durch! Große Herausforderungen und Entscheidungen stehen uns in den kommenden Wochen bevor. Versuchen wir, in diesen schwierigen Zeiten zu helfen, voneinander zu profitieren und… machen wir das Beste d’raus! Wer weiß, was kommt!?

Bleibt gesund!     


Autor: Dr. Jonas Rohleder, Institut für Vermittlungskompetenz in den Sportarten



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