Monsun, Menschen und der letzte Tag

In den vergangenen Tagen spürte man erstmalig, dass hier eigentlich gerade Regenzeit ist. Es regnete den ganzen Tag ohne Pause. Hier ist das allerdings nicht einfach nur Regen, sondern Monsun. Wie sowas aussieht, sieht man hier:

Regen vom Bus aus fotografiert
Regen vom Bus aus fotografiert

Gestern war das Universiade-Basketballfinale zwischen Deutschland und den USA. Das Spiel war unglaublich spannend. Nach Ende der regulären Spielzeit stand es unentschieden und es ging zwei Mal in die Verlängerung. Leider hatten die USA am Ende die Nase ganz knapp vorne. Die deutschen Jungs haben allerdings super gespielt und um jeden Punkt gekämpft. Alle Deutschen, die bis jetzt noch nicht abgereist sind, haben zugeschaut. Es war eine hammer Stimmung.

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Als ich in den letzten Tagen Briefmarken kaufen war, wurde ich am Souvenir-Stand ziemlich über den Tisch gezogen. Ich musste dort ca. 2 € für eine Universiade-Briefmarke zahlen. Die Verkäuferinnen sagten mir, dass das in Korea so üblich sei deshalb dachte ich mir nicht viel dabei. Später fragte ich auf der Post, wieso Briefmarken in Korea so teuer sind. Daraufhin stellte sich heraus, dass der Souvenirladen ein privater Laden ist, der die offiziellen Briefmarken einfach an Unwissende (wie mich) zu einem extrem überteuerten Preis verkauft. Eine Mitarbeiterin von der Post ging zusammen mit mir zum Souvenirladen und half mir dabei, mein Geld zurückzubekommen.

Nette Mitarbeiterinnen bei der Post
Nette Mitarbeiterinnen bei der Post

Ich bekam meine 20.000 Won zurück, was mir sehr gelegen kam, denn ich wollte heute noch mal in die Stadt.

Es ist nicht schwer zu erraten, für was ich mein Geld ausgegeben habe: Schneeeis.

Mango-Cheesecake Schneeeis von Caro und mir
Mango-Cheesecake Schneeeis von Caro und mir

 

Blueberry-Cheesecake Schneeeis der Ruderinnen Caro und Lea
Blueberry-Cheesecake Schneeeis der Ruderinnen Caro und Lea

 

Schoko-Bombe von Ewald
Schoko-Bombe von Ewald

Abgesehen von den netten Postleuten, habe ich in den letzten zwei Tagen einige weitere Bekanntschaften gemacht. Die Universiade ist ein Ort des Austauschs und der Kommunikation. Das merkt man vor allem daran, wie offen alle Menschen hier sind.

Ich habe in einem der letzten Beiträge schon von der koreanischen Wäschefrau erzählt, die ich hier im Dorf fast jeden Tag getroffen habe. Ich habe mich darüber immer gefreut, weil sie so gut gelaunt ist. Heute hat sie gesagt, dass ihr mein T-Shirt gefällt und sie Deutschland mag. Ich habe ihr deshalb eines meiner Deutschland T-Shirts geschenkt. Ich glaube, sie hat sich gefreut.

Thumbs up for Germany
Thumbs up for Germany

 

Wäschefrau in ihrem neuen Deutschland T-Shirt
Wäschefrau in ihrem neuen Deutschland T-Shirt

Ahmet (Leichtathletiktrainer) aus der Türkei, den ich nachts beim Abendessen kennengelernt habe. Er ist mit mir zusammen zum Basketballfinale gefahren und hat Deutschland angefeuert.

Der Deutschland-Fan Ahmet
Der Deutschland-Fan Ahmet

Pholien (Belgischer Schwimmer), den ich nachts beim Abendessen kennengelernt habe, weil wir beide nicht wussten, nach was der koreanische Tee schmeckt, den es in der Mensa gibt. Wir haben uns auf die Geschmacksrichtung “Kastanie” geeinigt und ich habe ein neues französisches Wort gelernt: châtaigne – Kastanie.

Pholien und ich um drei Uhr nachts in der Mensa
Pholien und ich  in der Mensa

Die Sportschchützen, die mir mit Abstand am häufigsten vom gesamten deutschen Team auf dem Universiade-Gelände begegnet sind.

Die Sportschützen :)
Die Sportschützen 🙂

Die Ruderin Caro, die genauso viel isst wie ich und Schneeeis liebt. Sie studiert auch an der SpoHo und wir haben zufällig herausgefunden, dass wir fast in derselben Straße wohnen. Wir haben uns bereits zum Laufen verabredet, um das Schneeeis wieder abzutrainieren.

Caro und ich auf der Essenssuche
Caro und ich auf Essenssuche

Nun ist es Zeit zu gehen. Morgen reisen die letzten Deutschen aus Gwangju ab. Meine Matratze ist wieder in die Plastikfolie gehüllt, mein Koffer gepackt, mein Kopf voller neuer Eindrücke und mein Leben voller neuer Freunde. Vor uns (98 Leute, die alle gemeinsam nach Frankfurt fliegen) steht eine anstrengende Rückreise. Neun Stunden dauert es von der Abfahrt in Gwangju bis zum Abflug. Danach zwölf Stunden Flug und für mich nochmal ca. vier Stunden, bis zur Ankunft in Köln.

Ich verabschiede mich aus Gwangju mit den Bildern der heutigen Universiade-Schlussfeier. Ich behalte Korea als ein sehr westlich orientiertes, interessantes Land mit außerordentlich freundlichen und hilfsbereiten Menschen in Erinnerung. Es fällt nicht schwer, hier glücklich zu sein, bei all der Euphorie, die einem die Koreaner entgegenstrahlen. Danke für die tolle Zeit!

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Am Ende wurden Ballons seigen gelassen...
Am Ende wurden Ballons steigen gelassen…

 

Laser Show
Laser Show

Eine Sache ist uns noch aufgefallen: Viele Koreanerinnen nehmen eine spezielle Fußstellung ein, wenn sie sich fotografieren. Wir haben versucht, sie nachzumachen…

Caro, Caro und ich verabschieden uns mit koreanischer Fußstellung aus dem Main Stadium Gwangju
Caro, Caro und ich verabschieden uns mit koreanischer Fußstellung aus dem Main Stadium Gwangju

Autorin: Marilena Werth



2 Kommentare

  • Laura

    21. Juli 2015

    Da hast du schon viele EIndrücke sammeln können, auch wenn nicht alle positiv waren. Aber ich muss dich mal fragen, was Schneeeis genau ist? Sieht nämlich super lecker aus 🙂

    LG
    Laura

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    • PuK

      22. Juli 2015

      Hallo Laura,

      genau weiß ich das auch nicht. 😀 Ich muss mich auf meinen Geschmackssinn verlassen, weil ich in Korea meistens nicht genau wusste, was ich überhaupt grade esse.

      Das Eis besteht aus einem Haufen kleingeraspeltem Wassereis (ich glaube, in dem Wasser ist noch etwas Milch dabei). Die Konsistenz kann man sich so vorstellen, wie wenn man Teile eines Eiswürfels mit einem scharfen Messer abschabt. Das ist der wichtigste Teil, Namensgeber (es sieht aus wie ein Haufen Neuschnee) und das Besondere am Erlebnis “Schneeeis”.

      Oben drauf kann man sich verschieden Zutaten dazu bestellen (Mango, Beeren, Käsekuchen, Schokolade). Dazu gibt es eine Kugel Joghurteis.

      Über das Eis träufelt man eine gesüßte Kondensmilch, weil der eigentliche “Schnee” nicht so viel Eigengeschmack hat. Dabei geht es mehr um die interessanten Konsistenz.

      Und: Der Anblick täuscht nicht! Das sieht wirklich so gut aus. 😉

      Viele Grüße

      Marilena

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